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06.08.2025

“Der Drachenbeinthron” von Tad Williams für Fantasy-Liebhaber

Der Drachenbeinthron.jpgGleich die erste Seite packte mich. Es war diese Sprache, die in teils langen Sätzen viele Andeutungen barg, die auf eine große mystische Geschichte verwiesen. Obwohl es sanft und fröhlich begann, lauerte zwischen den Worten und Zeilen bereits eine Zukunft voll ungewisser und gefährlicher Abenteuer.

Doch zunächst war Geduld gefragt, denn der Autor Tad Williams hatte sich viel Zeit und viele Seiten genommen, um seine Hauptfiguren vorzustellen. Im Mittelpunkt steht der Küchenjunge Simon, ein sympathischer Tunichtgut, der gern in den Tag hineinlebt und sich vor harter Arbeit drückt. Doch unversehens gerät er in einen Strudel dramatischer Ereignisse, die ihn aus seiner geliebten Burg, den Hochhorst, fliehen lassen. Ziellos wandert er durch das Land, ist immer auf der Hut vor Verfolgern, findet in Binabik einen treuen Gefährten, rettet einem geheimnisvollen Mann das Leben und reift selbst in kurzer Zeit zum Mann. Doch noch ahnt er nicht, welche Rolle er für die Zukunft von Osten Ard, so heißt das Reich in der Geschichte, spielen soll.
 
Sein Schicksal und das weiterer Protagonisten entfaltet sich in vier dicken Bänden. Nach dem Drachenbeinthron kommt Der Abschiedsstein, Die Nornenkönigin und Der Engelsturm. Und soviel sei verraten: Es wird mit jedem Band noch spannender. 

Manche Beschreibungen sind so eindrücklich, dass sie sich als lebendige Bilder für lange Zeit im Gedächtnis eingraben. Die Sprache ist weit über dem Durchschnitt der üblichen Fantasy-Literatur, erinnert zuweilen sogar an Altmeister Tolkien. Tad Williams schafft immer wieder ungewöhnliche Sprachbilder, z.B. durch neue Adjektive wie „brennendkalt“ oder „spinnwebgrau“. Auch wenn es zu einigen schweren Kämpfen kommt, verzichtet der Autor auf exzessive Gewaltdarstellungen, was der Dramatik aber keinerlei Abbruch tut.

Fast ein Jahr lang habe ich an den vier Bänden (jeweils 900 Seiten) gelesen. Natürlich schafft man das auch viel schneller, aber ich habe die abendlichen Lesestunden regelrecht zelebriert und mich schon vorher darauf gefreut. Schließlich ging eine wirklich sehr große Geschichte zu Ende, die mich sehr berührt, inspiriert und unterhalten hat. Und ich durfte sogar Tad Williams persönlich kennenlernen, während einer Lesung in Erfurt, bei der er mich auch als Mensch beeindruckte, wie du im Blogbeitrag „Eine fantas(y)tische Begegnung“ nachlesen kannst.

Welche Fantasy-Bücher haben dich in ihren Bann gezogen?

Tom Horn - 17:43 @ Wenn Bücher und Menschen sich begegnen | Kommentar hinzufügen